Die Doppelmoral ist unerträglich

Author: Amro Ali
Translator: Monika Bolliger
Publisher: Der Spiegel
Date: 01.01.2024
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Für die arabische Welt war Deutschland ein Vorbild. Das hat sich geändert, seit die israelische Armee im Krieg gegen die Hamas Tausende Zivilisten getötet hat – und von deutschen Politikern kaum Protest zu hören ist.

Palästinenser warten auf die Austeilung von Essen in Rafah im südlichen
Gazastreifen Foto: Mohammed Talatene / dpa

Zwischen Deutschland und der arabischen Welt gab es schon immer einen seltsamen, unausgesprochenen Pakt. Die Araber empörten sich weniger über die deutsche Unterstützung für Israel als über jene der USA und Großbritanniens. Das lag auch an der verbreiteten Ansicht, dass Deutschland wegen seiner historischen Schuld gar nicht anders könne.

Arabische Regierungen und ihre Öffentlichkeiten waren Deutschland eher freundlich gesinnt. Deutschland konnte sich darauf berufen, dass es nie arabische Länder kolonisiert hatte. Deutschlands dunkle Vergangenheit ging an der arabischen Welt vorbei, mit Ausnahme der Invasion in Nordafrika im Zweiten Weltkrieg. Und wenn man mit Westdeutschland unzufrieden war, gab es immer noch die DDR. Man konnte das Deutschland seiner Wahl mögen.

Auch im wiedervereinigten Deutschland blieb das so. Man nahm wohlwollend auf, dass Berlin sich 2003 einer Beteiligung am Irakkrieg widersetzte. Der Anblick syrischer Geflüchteter, die 2015 an deutschen Bahnhöfen willkommen geheißen wurden, erwärmte die arabische Öffentlichkeit noch mehr für Deutschland, die den Kontrast zur Misshandlung von Syrern durch ihre eigenen Regierungen sah.

Mercedes, Goethe-Institut und Rucksacktouristen

Mercedes, Goethe-Institut und Rucksacktouristen Man sah Deutschland durch seine Mercedes-Autos, die die Straßen von Kuwait verstopfen, durch das Goethe-Institut, das zwischen den Bäumen von Alexandria hervorragt, oder durch freundliche Rucksacktouristen, die im Libanongebirge wandern gehen. Der Aufstieg der extremen Rechten in Deutschland wurde im arabischen Ausland kaum wahrgenommen.

Dann geschahen die entsetzlichen Massaker und Entführungen der Hamas am ­. Oktober, und Israel begann als Reaktion darauf, den Gazastreifen mit Flächenbombardements zu überziehen, ließ die Bewohner hungern, tötete Tausende von Zivilisten und vertrieb fast zwei Millionen Menschen aus ihren Häusern. Es wurde schnell klar, dass dieser Krieg weit über Selbstverteidigung hinausgeht. Aber Deutschland verlor jede Nuance mit seiner einseitigen Unterstützung Israels, was im krassen Widerspruch zur Realität und zur grundlegenden menschlichen Empathie steht.

Wenn das deutsche Außenministerium nicht gerade die »humanitären« Maßnahmen Israels lobt, bezeichnet es diesen katastrophalen Krieg mit Tausenden getöteten Kindern als »die Lage im Nahen Osten«. Als ob es sich um nichts Weiteres als eine Verspätung der Deutschen Bahn handelt.

Die Morde und Entführungen, die die Hamas am ­. Oktober verübt hat, sind widerwärtig und nicht zu rechtfertigen. Das Mitgefühl mit den israelischen Opfern sollte nicht an Bedingungen geknüpft oder aufgrund der Geschichte des palästinensischen Leidens abgetan werden.

Gleichzeitig müssen wir klarstellen, dass ein Gespräch über den Kontext nicht gleichbedeutend mit einer Rechtfertigung ist. Die Hamas ist in erster Linie ein Produkt der Besatzung, ihre Ideologie wird durch Vertreibung, Enteignung und Gewalt genährt, die die Palästinenser seit 1948 täglich erleben. Wenn man die Hamas vernichtet, wird etwas anderes an ihre Stelle treten, solange es keinen gerechten Frieden gibt.

Die Hamas rekrutiert viele Mitglieder unter Waisenkindern, die mit ansehen mussten, wie ihre Eltern von Israel getötet wurden. Die palästinensischen Terroristen der Organisation »Schwarzer September«, die !­ das Massaker an israelischen Sportlern bei den Olympischen Spielen in München verübten, waren Waisen früherer israelischer Kriege. Jetzt schafft Israel eine neue Generation von Waisenkindern.

Das Szenario einer zweiten »Nakba« ist real

Die Palästinenser sterben zu Tausenden, und das Szenario der Zerstörung des gesamten Gazastreifens mit einer erzwungenen Massenvertreibung, einer zweiten »Nakba «, ist sehr real. Namhafte Experten sind alarmiert, manche sprechen von einem Völkermord. Währenddessen kümmert sich die deutsche Politik um diskursive Triggerpunkte, zensiert »Free Palestine« und lässt die Palästinenser bis heute den Preis für Europas blutige Vergangenheit zahlen, indem sie Israel mit Verweis auf die eigene historische Schuld alles durchgehen lässt.

In diesem Monat hat Deutschland die Mittel für ein Programm zur Bekämpfung des Menschenhandels beim Zentrum für Rechtshilfe für ägyptische Frauen gestrichen, weil die Leiterin Azza Soliman Israels Krieg im Gazastreifen ablehnt. Soliman war  mit dem Deutsch-Französischen Preis für Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit ausgezeichnet worden. Hossam Bahgat, Leiter der ägyptischen Menschenrechtsorganisation EIPR, will die Zusammenarbeit bei Projekten mit der deutschen Regierung beenden, weil »Berlins Position bezüglich des Krieges große Zweifel an dem Raum gemeinsamer Werte zwischen Deutschland und Menschenrechtsaktivisten, Feministinnen und unabhängigen Medien in Ägypten aufkommen lässt«. In der ganzen arabischen Welt verliert Deutschland gerade Verbündete, die sich bisher als Teil einer Wertegemeinschaft verstanden, die den Menschenrechten verpflichtet ist.

Es war schon lange klar, dass die liberale Ordnung und das Völkerrecht oft mit zweierlei Maß messen. In den ersten Tagen von Putins Einmarsch in die Ukraine war es ein Leichtes, eine Analogie zum besetzten Palästina herzustellen. Aber man erntete darauf nur schweigende Blicke, ein Schweigen, das Bände sprach.

Eine alternative Realität in Deutschland

Die Doppelmoral ist unerträglich: In einem Fall befürwortet man die Entsendung von Waffen für den Widerstand gegen eine illegale Besatzung, während man im anderen Fall eine Besatzungsmacht, die fortlaufend illegal palästinensisches Land an sich reißt, militärisch, wirtschaftlich und moralisch unterstützt. Bestenfalls erinnert man Israel ab und zu, aber ohne jede Konsequenz, an die Einhaltung des Völkerrechts. Wenn es um die israelische Besatzung geht, gilt in Deutschland oft eine alternative Realität, die einem den Verstand raubt.

Jetzt ist angesichts der westlichen Unterstützung für offenkundige israelische Kriegsverbrechen im Gazastreifen der letzte Anschein von Universalität zerbrochen. Die Autokraten haben sich Notizen gemacht und sind bereit, die aktuellen Ereignisse künftig als Vorwand zu nutzen. Die westliche Reaktion auf den israelischen Krieg im Gazastreifen ist ein unverdientes Geschenk für den russischen Machthaber Wladimir Putin, auch im Globalen Süden wird so bald niemand mehr hinhören, wenn westliche Politiker auf das Völkerrecht pochen.

Ich hatte den Eindruck, dass der Arabische Frühling 2011 eine willkommene Abwechslung für das deutsche politische Establishment war. Städte wie Tunis und Kairo strahlten Hoffnung aus und bereiteten Berlin weniger Komplikationen als Ramallah und Gaza-Stadt. Aber hier ist ein Punkt, den viele Regierungsvertreter übersehen: Der Konflikt mit Israel förderte den Aufstieg des arabischen Autoritarismus und die wachsenden Sicherheitsapparate der Region.

Er trug in den späten 1940er- und 1950er-Jahren zur Zerstörung der zerbrechlichen demokratischen Experimente in Ägypten, Syrien oder dem Irak bei, und brachte die herrschenden Militärklassen hervor, die ihre Macht unter dem Vorwand der Verteidigung der Araber gegen die israelische Aggression ausbauten. Die ägyptische Offiziersrepublik entstand ! als indirekte Folge des arabisch-israelischen Krieges von 1948.

Umgekehrt waren die Protestbewegungen des Arabischen Frühlings  auch inspiriert von palästinensischen Volksaufständen. Die aktuellen propalästinensischen Proteste in den arabischen Ländern vermischen sich manchmal auch mit anderen Forderungen, wie einem Ende der Korruption der eigenen Regime – weshalb die arabischen Regimes solche Proteste nicht gern sehen. In gewissem Sinne ist die palästinensische Freiheit ein Gegenmittel gegen arabische Unfreiheit. Die palästinensische Frage ist für die arabische Öffentlichkeit zentral, und sie wird immer wieder die Illusionen zerstören, dass man sie ignorieren könnte.

Mehr Erinnerungskultur, nicht weniger

Wer sich mit deutschen Politikern zusammensetzt, kann produktive Gespräche über jedes beliebige arabische Land führen, von Menschenrechten bis zur Hochschulbildung. Wenn es jedoch um Israel und Palästina geht, sind die moralischen Sensoren plötzlich blockiert. Das spiegelt eine Verhärtung der Grenzen der Erinnerungskultur wider, die in ihrer Fixierung auf Israel, nicht unbedingt auf die Sicherheit der Juden, statisch geworden ist.

Es ist lobenswert, dass Deutschland sich mit seiner dunklen Vergangenheit auseinandersetzt. Die Schrecken und der Wahnsinn, die von Nazideutschland verübt wurden, müssen in Erinnerung bleiben. Der Welt würde mehr Erinnerungskultur guttun, nicht weniger davon.

Es gibt jedoch wichtige Kritik an der Entwicklung der Erinnerungskultur in Deutschland. Die Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus ist zu einer Art Heiligsprechung Israels geworden, die »immun gegen historische und evidenzbasierte Argumente und blind für die Erfahrungen der Palästinenser unter der Besatzung« ist, wie es der israelische Historiker Alon Confino formuliert. Diese Entwicklung hat es ermöglicht, dass der Kampf gegen Antisemitismus teilweise vom rechten Flügel instrumentalisiert wurde.

Es ist höchst beunruhigend, wenn deutsche Politiker ein Interview des britischen Journalisten Piers Morgan mit dem britischen Rechtsaktivisten und Journalisten Douglas Murray teilen, in dem dieser behauptet, die Hamas sei schlimmer als die Nazis. Der Trend zur Relativierung der Nazis gegenüber der Hamas erfordert ein Innehalten und die Frage, wie der Diskurs an diesen traurigen Punkt gelangt ist.

Deutschland als moralischer Schiedsrichter

Die Redaktion des linken jüdisch-amerikanischen Magazins »Jewish Currents« schrieb : »Die Deutschen kontrollieren streng die Form des Jüdischseins und des Palästinensischseins innerhalb ihrer Grenzen… Deutschlands erdrückende Umarmung der jüdischen Gemeinschaft innerhalb seiner Grenzen, mit oder ohne Beteiligung von Juden, sichert das deutsche Selbstbild als moralischer Schiedsrichter, während die Schuld des Landes auf Araber und Muslime abgewälzt wird.«

Es ist, als ob Juden und Araber zu Helden und Bösewichten gemacht werden, zu Karikaturen im deutschen »Gedächtnistheater« – ein Begriff, den der deutsch-jüdische Soziologe Y. Michal Bodemann in seiner Kritik der deutschen Erinnerungskultur geprägt hat. Das untergräbt die jüdischarabische Solidarität – etwa, wenn die Polizei in Berlin jüdische Demonstranten verhaftet, weil sie gegen den Krieg im Gazastreifen protestieren. Der Raum für solche jüdischen Stimmen ist sehr eng.

Die Aufforderung des Bundespräsidenten an Araber und Muslime, sich offiziell von Antisemitismus zu distanzieren, setzt voraus, dass Antisemitismus bei Arabern und Muslimen eine Art Standardeinstellung ist. Ungeachtet der Tatsache, dass 84 Prozent der antisemitischen Angriffe im vergangenen Jahr von der deutschen Rechten verübt wurden.

Doch das globale Narrativ verändert sich – und lässt Deutschland ins Hintertreffen geraten. Kürzlich weigerten sich belgische Transportarbeiter, für Israel bestimmte Waffen zu verfrachten, mit denen höchstwahrscheinlich palästinensische Zivilisten getötet würden. Glücklicherweise ziehen einige Parteien die richtigen Lehren aus der Geschichte. Die Blockade von Häfen ist nur eine von vielen Aktionen, die sich gegen die Komplizenschaft des Westens in diesem Krieg richten.

Protest gegen Israels Krieg

Aktivisten, Studenten, Gewerkschaften und ganz normale Bürger – Juden, Araber, Muslime, Christen, Atheisten und im Grunde jeder, dem das Überleben der Menschheit am Herzen liegt – mobilisieren für Protestaktivitäten, um Israels Kriegsmaschinerie zu bremsen. Werden sie Erfolg haben? Wenn ich eine langfristige Sichtweise einnehmen sollte, dann würde ich es mit den Worten des unitarischen Pfarrers Theodore Parker aus dem !. Jahrhundert tun: »Der moralische Bogen des Universums ist lang, aber er neigt sich zur Gerechtigkeit.«

»Shar« ist das arabische Wort für das Böse im islamischen Glauben, aber eigentlich bedeutet es »unzureichend, unvollständig«. Der vollen Verantwortung eines Menschen nicht gerecht zu werden, bedeutet, weniger als vollständig zu sein. Mitgefühl und Barmherzigkeit sind solche verantwortungsvollen Eigenschaften, deren Fehlen das Versagen der Menschen widerspiegeln, als Menschen zu handeln. Die Formel sollte einfach sein: Palästinensisches Leben ist genauso heilig wie jüdisches Leben, jüdisches Leben ist genauso heilig wie palästinensisches Leben. Daran zu glauben, es auszusprechen und danach zu handeln, sollte nicht allzu schwer sein.


Berlin-Cairo Express: Two Cosmopolitan Centres of the Early 20th Century in Exchange (Berlin)

Berlin-Cairo Express – Two Cosmopolitan Centres of the Early 20th Century in Exchange – Mittwoch, 29. November 2023, Akademiegebäude am Gendarmenmarkt, Einstein-Saal, Jägerstrasse 22/23, 101117 Berlin

Opening the “Berlin-Cairo Express” event at the Berlin-Brandenburg Academy of Sciences that explored the vibrant musical and intellectual exchanges between the two cities in the early 20th century. Thank you to the Arab-German Young Academy of Sciences and Humanities for the invitation and honour to open and participate in the event.

Arab Berlin: Dynamics of Transformation

Amro Ali, “On the Need to Shape the Arab Exile Body in Berlin” in Arab Berlin: Dynamics of Transformation, Eds. Hanan Badr and Nahed Samour (Berlin: Transcript Urban Studies, 2023)

This book is open access.

Abstract:
Berlin is increasingly emerging as a hub of Arab intellectual life in Europe. In this first study of Arab culture to zoom in on the thriving metropolis, the contributors shed light on the dynamics of transformation with Arabs as agents, subjects, and objects of change in the spheres of politics, society and history, gender, demographics and migration, media and culture, and education and research. The kaleidoscopic character of the collection, embracing academic articles, essays, interviews and photos, reflects critical encounters in Berlin. It brings together authors from inter- and multidisciplinary fields and backgrounds and invites the readers into a much-needed conversation on contemporary transformations.

Publics Under Threat (Humboldt University, Berlin)


Date: 6pm 23 June 2023
Venue: Humboldt Graduate School
Festsaal (2. OG) Luisenstraße 56 10117 Berlin
Event details

Publics and their boundaries play a central role in discussions surrounding digital communication, freedom of expression, and the future of democracy. In the context of the war in Ukraine and the COVID-19 pandemic, publics have been thrust into the spotlight, particularly as they relate to fake news, filter bubbles, and manipulated flows of information.

However, the tension between the expansion and the fragmentation of publics is seldom explicitly examined from a global perspective, even though the topic of the boundaries and limits of publics is increasingly relevant to power and geopolitics. Furthermore, there are fundamental social questions as to who is and can be part of publics. Who can participate? And who remains an outsider?

The project builds on the research results of the Emmy Noether group Reaching the People: Communication and Global Orders in the Twentieth Century (FU Berlin, 2017–2022) and relates these results to current topics and conflicts.

Despite the expansion of new communication technologies, we have entered a dark age of public debates: AI-generated fake news, filter bubbles, and controlled information endanger democracies and shore up authoritarian governments. Consequently, the ideal of a public sphere where calm, rational arguments are exchanged is more remote than ever. Accessibility and inclusion are still largely out of reach. Instead, we witness increasing fragmentation and polarization. This has so far, however, been mostly explored in isolated national contexts, and not as a truly global phenomenon. On this evening in Berlin, we will transcend boundaries and borders to take a closer look at the Arab Middle East, Iran, and South Asia. Who is and can be part of publics in these regions? Who gets to participate? And which voices are excluded?

Our guests Amro Ali (Sociologist, Casablanca), Shenila Khoja-Moolji (Critical Muslim and Gender Studies, Washington, DC) and Ghazal Abdollahi (Artist and Activist, Berlin) will debate the challenges and threats to publics at our current moment, focusing on public protests and questions of gender. The discussion is hosted by Valeska Huber (Global History, Vienna) and Simon Wolfgang Fuchs (Islamic Studies, Freiburg).

The event will build on the research results of the Emmy Noether group Reaching the People: Communication and Global Orders in the Twentieth Century (FU Berlin, 2017–2022) and relate these results to current topics and conflicts.

The discussion will be followed by a reception from around 8:30 pm. The event will be in English.

Standup comedy at the Salon Sophie Charlotte event (Berlin)

So after an 11-year hiatus, I resumed my standup comedy and it felt so cathartic again. Thank you to everyone who came. Who would have thought that Germany would provide you with so much comic material to work with?

Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften. 13 May 2023.

Here is one of several dated videos of my stand-up comedy in Canberra, Australia. Also, here is a very old interview on my stand-up comedy in the Montreal Review.

A postcolonial World Cup showdown for the ages

A very short piece for Abu Aardvark’s MENA Academy

The Palestinian question has become the storm at the World Cup in Doha, the most-watched event in the world, with the Palestinian flag emerging as the dominant icon. The repeated raising of the Palestinian flag following every win by the Moroccan team has become a sort of ritual. Supporters and critics have not failed to take notice.

Many will say but this is just a football tournament, how will it help Palestine? This would be true if symbols and signals had no value in our world. The morale boost it provides to the Palestinians is electrifying. That a country at the far corner of the Arab world can be the closest to the Palestinian people, sending out love and support.

But it also points to something bigger. Doha’s World Cup hosting has become a political laboratory in many respects. With the absence of the usual Arab regime choreography, Doha provided an unfiltered and unmediated space in which the Arab realities toward the Palestinian struggle were exhibited in full force. The repeated pro-Palestine chants by Arab fans, their refusal to do interviews with Israeli reporters on the ground, and the Moroccan team flying the Palestinian flag highlights the severe distortion of the normalization process and the stark contrast between Arab regimes and Arab publics.

In recent years, Arab regimes would state or give the impression that the Arab world was sick of the Palestinian cause and would not stand against peace with Israel on that basis (not that the public ever has a choice), despite poll after poll across the Arab world showing that most people were against mending relations with Israel if it were not conditional upon ending the brutal Israeli occupation of the Palestinians. But polls can only tell us so much, in contrast to the live coverage of the coming together of that large demographic from across the MENA region descending onto a small space within a fixed time frame that ignited a loud unanticipated noise and coherent narrative. Those voices said that Palestine would not be thrown under the bus.

What Doha did was provide an unfiltered and unmediated space in which the Arab support of the Palestinian struggle was visually and viscerally exhibited. This World Cup has become a referendum on the normalization facade. The planet’s largest televised event has thrust Palestine dramatically into the spotlight. It seems no regime or public was prepared for that.

Book Presentation: ‘Brigitte Schiffer: Letters from Cairo, 1935–1963’

It was an honour to launch the book event ‘Brigitte Schiffer: Letters from Cairo, 1935–1963,’ authored by Dörte Schmidt and Matthias Pasdzierny. They discussed the fascinating life of Brigitte Schiffer, a Jewish-German woman who fled Nazi Germany in 1935 and found refuge in Cairo and, among other achievements, documented the musical traditions of Siwa which were played at the event through a string quartet.
Date: 6 pm, 23rd November 2022
Venue: Goethe Cairo

عمرو علي.. الفلسفة أم العلوم.. وأحاديث المقاهي و”أجنحة إيكاروس” جزء من تبسيطها

وُلد “علي” في الإسكندرية.. ونشأ في أبعد مدينة على وجه الأرض.. وأدمن الترحال بين برلين والدار البيضاء والقاهرة مؤمنًا بأهمية توصيل الفلسفة إلى عموم الجمهور

The writer Hany Zaied at the Scientific American magazine (Arabic edition) interviewed me through a photo essay on my academic life and how the tyranny of distance (Australia to Egypt) shapes one’s work, the role of bridging academia with the public, readapting sociology and philosophy into local contexts, why humanities and the liberal arts need to be made easily accessible to the public and made compulsory on the university level in the Arab world, and the importance of spaces and platforms such as AGYA, AUC, and FU. As well as why cities like Alexandria, Berlin, and Casablanca inform my activities.

عمرو علي عالِم الاجتماع في جامعة برلين الحرة وعضو الأكاديمية العربية الألمانية للباحثين الشباب في العلوم والإنسانيات Credit: Amro Ali

تحكي الأسطورة اليونانية القديمة قصة “إيكاروس”، الذي احتجزه ملك جزيرة “كريت” –ومعه والده- في متاهة لم ينجحا في الهرب منها إلا بعد الاستعانة بأجنحة ثبَّتاها على جسديهما بالشمع، لكن “إيكاروس” –المستمتع بلذة تحدِّي قوانين البشر والطبيعة- رفض نصيحة والده بالابتعاد عن الشمس التي أذابت الشمع وجعلته يسقط صريعًا.

ظن “إيكاروس” نفسه إلهًا، متناسيًا وجود حدود فاصلة لا يمكن تخطِّيها بين البشر والإله! فالشمس التي اقترب منها تمثل الحقيقة والمعرفة، والاقتراب منها يحتاج إلى سؤال النفس عن عواقب الاقتراب من لهيبها، فهل يمكن أن تتحول أسطورة “إيكاروس” إلى مدخل لتبسيط الفلسفة؟ وهل يمكن أن تتحول صورة قديمة لامرأة في المحطة تنتظر القطار إلى مدخل لفهم الفلسفة؟

تلك الأسئلة وغيرها –على بساطتها- اختارها الدكتور عمرو علي -عالِم الاجتماع، وعضو الأكاديمية العربية الألمانية للباحثين الشباب في العلوم والإنسانيات، والزميل الزائر في برنامج “أوروبا في الشرق الأوسط- الشرق الأوسط في أوروبا” في منتدى الدراسات العابرة للأقطار في برلين- مدخلًا لتقديم الفلسفة وعلم الاجتماع للجمهور العربي بطريقة عملية ومفهومة.

يشبه “علي” علم الاجتماع بنظارة شمسية توفر الظل الذي يكشف تدرجات الموضوع الفلسفي وتلاوينه

نال “علي” درجة الدكتوراة من جامعة سيدني الأسترالية، وتناولت أطروحته دور الخيال التاريخي وتبدُّل الفضاءات العامة في الإسكندرية من خلال أعمال “حنة أرندت” و”فاتسلاف هافيل” الفلسفية، وحصل على درجة الماجستير في الآداب في دراسات الشرق الأوسط وآسيا الوسطى، ثم درجة الماجستير في الدبلوماسية من الجامعة الوطنية الأسترالية في عام 2009، وهو باحث في جامعة برلين الحرة التي تُصنف ضمن أفضل 10 جامعات ألمانية بشكل عام، وتتمتع بنقاط قوة خاصة في الفنون والعلوم الإنسانية والاجتماعية على مستوى العالم، ويعكف حاليًّا على إعداد كتابين أحدهما عن الإسكندرية والآخر عن برلين خلال إقامته القصيرة بمدينة الدار البيضاء المغربية.

يؤكد “علي” ضرورة الارتقاء بالعلوم الاجتماعية والإنسانية والفنون في المجتمعات العربية

شمس الفلسفة

يشاكس “علي” عقول مستمعيه وقلوبهم في ندواته وورشه بأسئلة مثل: كيف للخيالات والأفكار والأشخاص والجماليات التاريخية أن تعيد التفاوض بشأن علاقة المواطن بالمدينة؟ وكيف يمكن للموضوعات الفلسفية الارتقاء بفهم المرء للفضاءات المألوفة مثل الأحياء والمقاهي؟

يؤمن “علي” بأهمية العلاقة بين الفلسفة وعلم الاجتماع، مضيفًا في تصريحات لـ”للعلم”: الفلسفة تشبه الشمس المستعرة، في حين يشبه علم الاجتماع “النظارة الشمسية” التي توفر الظل الذي يحجب تلك الشمس قليلًا، ويكشف تدرجات الموضوع الفلسفي وتلاوينه ونبراته ونغماته وحدوده بما يساعد على نقل الأفكار إلى الآخرين، ربما بدا الأمر صعبًا، لكن حين يتحول عبوس الحاضرين في النهاية إلى ابتسام هنا تكون المكافأة.

اعتاد “علي” المشاركة في مشروع التحرير لاونج جوته بمصاحبة مؤسِّسة المشروع ومديرته “منى شاهين” في الفترة منذ 2017 وحتى 2018، تم تنفيذ المشروع في محافظات القاهرة والإسكندرية والمنيا، واستهدف تقديم الفلسفة وعلم الاجتماع للجمهور المصري بطريقة عملية ومفهومة.

إحدى ندوات “علي” ضمن مشروع التحرير لاونج جوته بمصاحبة مؤسِّسة المشروع منى شاهين

تُعرِّف منظمة “اليونسكو” الفلسفة -والتي تعني “حب الحكمة”- بأنها “ممارسة يومية من شأنها أن تُحدِث تحولًا في المجتمعات، وأن تحث على إقامة حوار الثقافات واستكشاف تنوع التيارات الفكرية، وبناء مجتمعات قائمة على التسامح والاحترام وإعمال الفكر ومناقشة الآراء بعقلانية، وخلق ظروف فكرية لتحقيق التغيير والتنمية المستدامة وإحلال السلام”.

الفلسفة والحياة

ربما دفعت تلك الهالة “علي” باتجاه دراسة الفلسفة والسعي إلى تبسيطها، مضيفًا: تَولَّد لديَّ اهتمام بالفلسفة في وقت مبكر من حياتي، وفي عام 2013 زاد اهتمامي بدراسة الفلسفة، قبل ذلك كنت أهتم أكثر بالعلاقات الدولية والسياسة وعلم الاجتماع، في ذلك التوقيت حدثت تغيرات كثيرة في مصر والشرق الأوسط، وهي تغيرات احتاجت إلى دراسة أكثر عمقًا لقراءة المشهد، ووجدت أن الفلسفة يمكنها تقديم صورة أكثر عمقًا ووضوحًا مما يبدو على السطح، في ذلك الوقت تعرفت على “حمزة يوسف”، الذي ينظم محاضرات دينية لا تخلو من الفلسفة في الولايات المتحدة الأمريكية، علمني “يوسف” أن الفلسفة يمكنها أن تساعد في تقديم صورة أوضح للقضايا الدينية.

يقول “علي”: لطالما كنت مهتمًّا بالدمج بين حقل علم الاجتماع وأفكار الفلسفة للخروج بنمط معين لمناقشة الفلسفة وفق السياقات المصرية والعربية، أحببت الفلسفة لأنها تقوم على طرح الأسئلة دون فرض حلول، ومحاولة فهم تطورات الأمور، وهذا كان مهمًّا جدًّا بالنسبة لي، أقول دائمًا في محاضراتي إنك “لو لم تُفلسف، سيكون هناك شخص آخر يُفلسف لك”، الفلسفة مرتبطة بالحياة، لو جلست في مقهى، وشاهدت أشخاصًا يشاهدون مباراةً لكرة القدم وهم يصيحون، بينما يطالبهم شخصٌ آخر بالهدوء، فإنهم يردون عليه بأنهم يريدون مشاهدة المباراة، هذه هي “الفلسفة النفعية“، وإذا أخبرك شخصٌ بأنه سيذهب إلى الساحل الشمالي للاستمتاع بوقته، فإن هذا التصرف يدخل في نطاق “فلسفة المتعة”، الفلسفة مرتبطة بكل شيء نفعله حتى لو بدا هذا الشيء غير مرتبط بالفلسفة.

حواجز الخوف

يقول “ابن رشد”: يؤدي الجهل إلى الخوف، ويؤدي الخوف إلى الكراهية، وتؤدي الكراهية إلى العنف، وهذه هي المعادلة.

ربما صنعت مقولة “ابن رشد” أحلام “علي” ودفعته إلى كسر حواجز الجهل والخوف والكراهية والعنف عن طريق تبسيط قوانين الفلسفسة، مضيفًا: يجب توصيل الفلسفة للعرب والمصريين بأمثلة تتفق مع ثقافتهم، وحتى داخل الوطن الواحد يجب أن ننوع الأمثلة، بحيث نختار أمثلةً تتفق مع الطبيعة الأسوانية إذا كنا نتحدث إلى أشخاص من أسوان، وأن ننتقي أمثلةً سكندرية إذا كنا نخاطب أناسًا من الإسكندرية.

حنين إلى الإسكندرية

يؤكد “علي” أن الأسرة أدت دورًا كبيرًا في دفعه باتجاه الاهتمام بالعلوم في وقتٍ مبكر من حياته، مضيفًا: وُلدت في الإسكندرية، لكنني نشأت في أستراليا، لم يكن والدي معتادًا على القراءة، لكنه أراد تعويض ذلك من خلالي، كان والدي يشتري كتبًا باللغة الإنجليزية من أجل تشجيعي على القراءة، أحببت النظر إلى الخرائط، كنت أنظر إلى الخريطة وأبحث عن مصر وأتعجب من المسافة الكبيرة بين مصر وأستراليا، كنت أعيش في مدينة “بيرث” في غرب أستراليا، وهي مدينةٌ تُعرف بأنها “أبعد مدينة في العالم”، كنت أحلم بالعودة إلى مصر، من هنا بدأت أنظر إلى التعليم باعتباره وسيلةً للسفر ورؤية العالم.

يؤمن “علي” بأن الإسكندرية تمثل حلمًا وخيالًا لكل شخص بدايةً من مؤسسها الإسكندر الأكبر

ويضيف: لم أنسَ لحظةً أنني وُلدت في الإسكندرية، كنت أحرص على قراءة –ولو أشياء بسيطة- عنها، آمنت بأن الإسكندرية هي منبع الثقافة، يكفي أنها كانت مكانًا لمكتبة الإسكندرية القديمة التي احترقت في عام 48 قبل الميلاد، ميلادي في الإسكندرية خلق لديَّ شغفًا بالعلوم والتعليم، أؤمن بأن الإسكندرية تمثل حلمًا وخيالًا لكل شخص بدايةً من مؤسسها الإسكندر الأكبر ومرورًا بـ”ابن بطوطة” وغيره من الرحالة العرب الذين مروا عليها، هناك إحساس في مخيلة هؤلاء جميعًا بأن الإسكندرية تمثل المدينة الفاضلة، لا أحد يتحدث عن الإسكندرية بواقعية، ولكنهم يتحدثون دائمًا عنها بقدرٍ من الخيال.

جذبت “علي” أعمال “حنة أرندت” بعدما لفت انتباهه إليها المشرف على رسالته للدكتوراة، وتحديدًا كتابها “الحالة الإنسانية” (The Human Condition)، الذي أدى دورًا بارزًا في رحلة تطوره الفكري، مثلما أثرت فيه بشدة كتابات الدكتور إدوارد سعيد، أستاذ الأدب المقارن في جامعة كولومبيا الأمريكية.

الفلسفة والدين

يؤمن “علي” بأن الفلسفة ليست ضد الدين، مضيفًا في تصريحاته لـ”للعلم”: ترتبط الفلسفة ارتباطًا وثيقًا بالدين والرياضيات والعلوم الطبيعية والتعليم والسياسة، وهي أم العلوم، ولا تعارُض بين أفكار الفيلسوف وتأملاته العقلية وعقيدته الدينية، لطالما سعيت إلى تبديد أسطورة أن الفلسفة تعارض الدين، وساعدني في ذلك الإشارة إلى أن شخصيات مسلمة مثل “الفارابي” و”ابن رشد” و”ابن سينا” كانوا فلاسفة، وحتى أبو حامد الغزالي، الذي يرى البعض أنه كان ضد الفلسفة، أتعامل معه باعتباره فيلسوفًا وأنه كان ضد جزء من الفلسفة كان موجودًا في عصره، وهناك أيضًا القديس أوغسطينوس، هناك -بطبيعة الحال- فلاسفة ملحدون، لكن هناك أيضًا فلاسفة متدينين على اختلاف دياناتهم السماوية.

الارتقاء بالعلوم الاجتماعية

يقول “علي”: نحتاج إلى الارتقاء بالعلوم الاجتماعية والإنسانية والفنون في المجتمعات العربية، لو كنت تجلس على مقهى في مصر وسألك أحد عن مهنتك، وقلت له إنك طبيب أو مهندس فسيتعامل معك باحترام، لكن لو أخبرته بأنك متخصص في الفلسفة أو علم الاجتماع أو التاريخ أو الفنون الجميلة، فسيتعامل معك باستغراب، وربما سألك عن سر اختيارك لتلك التخصصات التي لن تساعدك على تأسيس حياتك، تلك القاعدة تحتاج إلى تغيير، من الصعب أن تكون كلية الحقوق في أستراليا والولايات المتحدة الأمريكية كلية قمة بينما يحدث العكس تمامًا في مصر بالرغم من أن زعماء الحركة التاريخية المهتمين بمستقبل مصر -مثل مصطفى كامل ومحمد فريد وسعد زغلول- كانوا من خريجي الحقوق، أعرف أن الحقوق ليست من الآداب، لكن يجب تدريس العلوم الاجتماعية إجباريًّا في كل الجامعات كما هو الحال في العديد من الجامعات الغربية.

يوضح “علي” أن الفلسفة يمكنها تقديم صورة أكثر عمقًا ووضوحًا مما يبدو على السطح

ويضيف: تأثرت جدًّا بقصة قائد كشافة حضر إحدى ورش “مشروع التحرير لاونج– جوته”، التي كانت تُعقد تحت عنوان “مسرح الفكر”، قال هذا الكشاف إنه تمنَّى لو أحضر معه شابًّا في التاسعة عشرة من عمره لحضور هذه الفعاليات، وردت “منى شاهين” بأنه يمكنه إحضاره في الجلسة التالية، فأجاب قائد الكشافة بأن هذا لم يعد ممكنًا؛ لأنه كان يجلس مع هذا الشاب، الذي كان يستعد للالتحاق بكلية الهندسة، في مقهى بالقاهرة، وفي أثناء حديثهما، سمعهما النادل الذي يقدم القهوة وقال إنه خريج كلية الهندسة، أُصيب الشاب بالرعب من أن مستقبله قد ينتهي بتقديم القهوة بعد إنهاء دراسته الهندسية، وبعد يومين انتحر الشاب، يجب أن نتعلم أن كل مهنة لها كرامة.

The Humanities in the 21st Century: Perspectives from the Arab World and Germany

Amro Ali, “Bringing Philosophy and Sociology to the Egyptian Public” in The Humanities in the 21st Century: Perspectives from the Arab World and Germany, Eds. Nuha Alshaar, Beate La Sala, Jenny Oesterle, Barbara Winckler (Berlin: Forum Transregionale Studien, 2022).

This book is open-access. The Arabic version can be accessed here. For more information on the project and conference, click here.

Chapter abstract:
The chapter briefly examines the conditions and method of bringing sociological-philosophy to the Egyptian public, as well as the role of agency that engages audiences.

An enthusiastic Egyptian youth exited the closing of a lecture event in late November 2017 and rushed to a coffeehouse near Tahrir Square to meet up with his friends. He told them about this woman thinker called ‘Hannah Arendt’ who he just learned about and her peculiar idea of ‘new beginnings.’ Several nearby curious patrons overheard the chatter and enquired about the philosopher. The social circle widened, and the youth continued discussing the lecture that he had just attended. It would see some of the patrons coming to the next lecture session on Walter Benjamin’s loss of aura concept.

Book abstract:
The role of the humanities, their standing in the academic field and their impact on society are questions of global relevance. Why is it important to study, teach and do research in the humanities? What role do the humanities play in the Arab world and Germany—both in the academic domain and the public sphere of ‘societies in change’? Which challenges and obstacles do scholars in the humanities face across the Arab world, especially in war or postwar situations, such as in Syria, Yemen or Iraq, and which research opportunities do the students and academics have? What could be done to strengthen the humanities in the Arab world, in Germany and on a global level? And what can we learn from each other’s experiences? These and other questions were raised and discussed at the international conference ‘The Place of Humanities in Research, Education and Society: An Arab-German Dialogue’, which was held in Berlin in November 2019, as part of the activities of the Arab-German Young Academy of Sciences and Humanities (AGYA). This collection of essays, titled ‘The Humanities in the 21st Century: Perspectives from the Arab World and Germany’, which was first published as a blog series, takes up key issues that were raised and discussed during our conference.

Salvaging Sacred Time: Approaching Islamic Ritual through Byung-Chul Han

Book: Faith Travels by Streetcar (Ed. Dr. Stefan Maneval.)
Chapter: “Salvaging Sacred Time: Approaching Islamic Ritual through Byung-Chul Han” (Amro Ali)

Chapter abstract:
In “Salvaging Sacred Time” the Egyptian-Australian sociologist Amro Ali discusses the importance of religious rituals for the perception of time. He draws on the work of German-Korean philosopher Byung-Chul Han who identifies a “decay of time” following the Enlightenment. Ali contradicts this thesis insofar as he shows that Islamic rituals, such as the five daily prayers obligatory for devout Muslims and the pilgrimage to Mecca, still have a structuring, life-stabilizing effect, and furthermore create a sense of community and life-giving orientation.

Book Abstract
How do faith, norms, and objects of daily use relate to each other? Does faith necessarily imply a limitation of freedom? How do members of religious and non-religious communities give visibility to their beliefs, and how are they perceived from the outside?

Both religious and secular normative practices which structure and regulate public and private life often involve objects of daily use. Focusing on the rules, convictions, and conventions of the monotheistic religions – Judaism, Islam, and Christianity – as well as on secular beliefs, Faith Travels by Streetcar combines photos of such objects and texts written by scholars of various disciplines: sociology, philosophy, Arabic, Islamic and Jewish studies, as well as Protestant Theology.

The objects included in Faith Travels by Streetcar relate to norms and rules surrounding food consumption, clothing and fashion, as well as education and play. While on the one hand showing that rules and norms which limit the freedom of the individual exist in all societies, the items displayed in this volume also highlight how these norms and rules are constantly contested and subjected to negotiation, dispute, and change. The permeability and fluidity between faith, norms, and deliberate limitations of one’s freedom for the sake of the common good or a belief is mirrored in the art installation by Tim Greaves, created for an exhibition curated by the editor, Dr. Stefan Maneval.

The book is in English and German.